Was ist eigentlich dran an Social Media, dass sich so viele Menschen damit beschäftigen, zumindest aber mal darüber reden oder schreiben? Ist es gerechtfertigt, dass wir einen solchen Hype darum machen. Ist das nicht alles nur eine Spielerei für technikverliebte Internetkids. Und der Begriff nur ein weiteres Buzzword? Ehrlich gesagt, weiss darauf wahrscheinlich niemand eine wirklich zufriedenstellende Antwort.

Dieser Tage fand ich ein beeindruckendes Video zu der Frage, ob Social Media eine Revolution oder einfach nur eine Modeerscheinung ist.

Ok, nun kann sich jeder selbst eine Meinung bilden, was Social Media für unsere Kommunikation kurz-, mittel- und langfristig bedeutet.

Übrigens, es gibt ja Leute, die meinen mit Dingen wie Facebook, Twitter oder MIKI würde man Zeit verplempern. Meistens sind es die gleichen Leute, die selbst stundenlang vor dem Fernseher sitzen. Ich halte das hingegen für eine kurzsichtige und wenig durchdachte Aussage. Das mag vielleicht noch für Menschen zutreffen, die gerade dabei sind diese Social Media Plattformen für sich zu entdecken und noch lernen, damit umzugehen. Ich glaube, eher das Gegenteil ist der Fall. Zumindest wenn ich meine eigene Nutzung von Social Media betrachte, dann komme ich vielmehr unzweifelhaft zu dem Schluss, dass ich Zeit spare. Nie zuvor war meine Kommunikation mit meiner Umwelt effizienter, lernte ich mehr neue und interessante Menschen kennen, wie jetzt, seit ich Social Media Tools nutze. Und nie zuvor fühlte ich mich besser informiert, über die Dinge, die mich wirklich interessieren, die für mich R-E-L-E-V-A-N-T sind. Wie es in dem Video oben schon heisst: Wir müssen die Nachrichten nicht mehr suchen, die Nachrichten finden uns.

Inhalt (neudeutsch: Content) entsteht, weil irgendjemand irgendetwas für berichtenswert hält. Und weil Menschen Dinge gerne weitergeben möchte. Wir wollen Dinge nicht für uns behalten (es sei denn es sind unsere kleinen, privaten Geheimnisse…). Menschen haben die natürliche, genetisch programmierte Veranlagung zu teilen (zu sharen, wie man heute dazu sagt). Und wir möchten damit auch wahrgenommen und wertgeschätzt werden. Das ist unser innerster Antrieb.

Aus diesem Grund halte ich Social Media für viel mehr, als “nur” eine Revolution. Eine Revolution ersetzt ja einen Zustand, den wir nicht mehr wollen, durch einen neuen Zustand. Es geht aber nicht darum, einfach nur “Zustände” zu verändern. Es geht aus meiner Sicht darum, ein natürliches Bedürfnis zu leben und damit auch wahrgenommen zu werden. Und hätte es diese Technologieen, die uns dies ermöglichen, schon früher gegeben, dann hätten wir sie längst genutzt: Humboldt und Goethe wären Blogger gewesen, Sokrates hätte getwittert… Social Media liegt uns in den Genen. Und deshalb wird es auch erfolgreich sein und die Grenzen alter Medienformen überwinden.