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Hier bloggt das MIKI

Tag: Innovation

Wenn uns Dinge begegnen, die für uns neu sind, dann verlassen wir uns für gewöhnlich auf einen bewährten, unbewussten Reflex: Wir versuchen sie sofort mit bekannten Mustern zu vergleichen, um dann zu entscheiden, ob wir sie gut finden oder nicht, ablehnen oder mögen, ob sie uns nutzen oder vielleicht doch eher schaden könnten.

Finden wir gerade kein Muster, das auf Anhieb passt, dann haben wir hierfür häufig ebenfalls eine Reaktion parat: Wir geben diesen neuen Dingen eine geringe, falls überhaupt wahrnehmbare Überlebenschance. Dies gibt uns die Möglichkeit, diese „kurzfristigen Erscheinungen“ sofort wieder aus unserer Gedankenwelt zu verbannen, ad acta zu legen, haben sie ja – aus unserer Sicht – ohnehin keine Zukunft. Warum sich dann also damit beschäftigen?

Vor allem echte Innovationen erleiden dieses Schicksal seit Menschengedenken, die Beispiele hierfür sind ungezählt. Die Eisenbahn wurde als ernste Bedrohung für die menschliche Gesundheit abgelehnt. Auf das Auto etwa hat Kaiser Wilhelm II keinen Pfifferling  gegeben, er setzte vielmehr auf das Pferd als das einzig wahre Transportmittel. Dem „Internet-Hype“ wurde noch vor 15 Jahren ein rasches Ende vorausgesagt. Es gibt Bücher, die voll sind von weiteren, ähnlich absurden Beispielen.

Wir müssen uns gleichwohl nicht wundern über dieses scheinbar einfältige Verhalten, denn es ist andererseits ein Garant für menschliches Überleben. Es hilft uns mit Komplexität fertig zu werden und Veränderungen (und Neues ist ja oft Veränderung) zu verarbeiten. Anderseits steht uns diese Eindimensionalität im Denken oft im Weg, wenn es darum geht, Neues auch freudig zu begrüssen und als Chance zu erkennen.

Leider gerade auch ein hierzulande weit verbreiteter Umgang mit Veränderung: Wir Mitteleuropäer suchen vor allem häufig und leidenschaftlich Gründe, warum etwas nicht funktioniert, haben meist die Problem-Brille auf der Nase. Der US-Amerikaner hingegen ist eher offen, neugierig und  lösungsorientiert, sieht in Neuem zunächst mal eine Chance, deren Möglichkeiten es zu erkunden gilt. Eine unbedingte Notwendigkeit und Erfolgsvoraussetzung für Innovation. Und auch ein Grund dafür, warum Unternehmen wie Google, Amazon oder Ebay eben nicht in Deutschland entstehen konnten und wir uns im Internet und auf dem Feld der digitalen Medien mittlerweile eher aufs Kopieren als Innovieren spezialisieren.

Sie ahnen vielleicht, worauf ich hinaus will. Dieses Phänomen begleitet uns täglich auch beim MIKI. Immer wieder sehen wir Ergebnisse dieser Reaktionsmuster und erleben, wie hilflos und kurzsichtig teilweise die Versuche erscheinen, das MIKI in ein scheinbar bekanntes Muster zu pressen.

Aber gerade weil dies nicht so recht gelingen mag, ist es vielleicht eine gute Indikation dafür, dass es sich beim MIKI um etwas völlig Neues, wirklich Innovatives handelt. Und tatsächlich, am ehesten wird man dieser Plattform gerecht, wenn man sie als ein neues Medienformat betrachtet. So wie Blogs, mobiles Internet, Newsletter, Soziale Netze.

Dann stossen wir aber auch wieder auf Beispiele, die dieses bereits erkennen. Gerade vergangene Woche erst startete die neue Webseite der dmexco (Digital Marketing Exposition & Conference).

Der Screen der DMEXCO Website

Der Screen der DMEXCO Website

Für die Verantwortlichen der Leitmesse für digitales Marketing gab es offensichtlich keinen Zweifel daran, wo das MIKI einzuordnen ist.

Aber was ist es nun, das ein MIKI so neu macht? Worin unterscheidet es sich denn von anderen Medienformaten. Ist das Miki vielleicht nicht doch nur eine andere Art von Webbaukasten oder eine neue Form von eMagazinen?

Die Antwort darauf hängt in der Tat davon ab, was der Einzelne mit dem MIKI machen möchte. Man kann, wenn man will und mache tun dies auch, das MIKI einfach nur als Webbaukasten  oder schönere Darstellungsform für ansonsten gedruckte Inhalte nutzen oder für solche die sich bislang Online nicht so brillant darstellen liessen. Gerade die Tatsache, dass man keine Programmierkenntnisse benötigt und sehr einfach und frei von formalen Beschränkungen Inhalte zusammenstellen kann, lässt manche zum MIKI greifen, wenn sie sich eine Seite im Web bauen wollen.

Weit darüber hinaus geht es jedoch, wenn die Nutzer anfangen, verschiedene MIKIs untereinander zu mischen. Inhalte aus dem MIKI eines anderen Nutzers mit einem eigenen MIKI zu verknüpfen und so neue, noch relevantere Inhalte für die eigene Zielgruppe zu schaffen.  Diese werden dann ergänzt mit Inhalten von YouTube, Podcasts und anderen medialen Inhalten. Individuelle Interessen werden so zu Filtern und haben für andere Nutzer wiederum Empfehlungscharakter. Das ist „crowdbased publishing“, ein „mashup“ nennt man neudeutsch das Ergebnis.

Man kann die so entstandenen MIKIs jetzt zusätzlich auf die eigene Website und in Blogs einbinden,  oder in Soziale Netzwerke wie Facebook. Als vollwertiges, funktionales Medienprodukt, wie dies zum Beispiel auch mit einem Video von YouTube geht.  Selbst Dritte können ein MIKI in ihre eigenen Medien „mitnehmen“ und dort zeigen.

Die Ausspielkanäle sind vielfältig und auf heutige und zukünftige Devices ausgerichtet:  Ob klassisch am PC oder über TV, ob auf mobilen Geräte wie auch dem iPhone oder iPad (bzw. den vergleichbaren Alternativen anderer Hersteller), das MIKI ist dort verfügbar wo der Nutzer ist. In Bezug auf die zukunftsweisende Architektur der Plattform, seine Flexibilität und das Format ist das MIKI „Designed for Convergence“.

Es gibt keine andere Plattform derzeit, die diese Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten bei gleichzeitig einfacher Bedienbarkeit mitbringt. Es gibt zwar etliche Angebote im Web, die Teile davon ermöglichen. In dieser Konsequenz und dem Umfang ist das MIKI aber einzigartig. Während Blogs etwa das Web2.0 wesentlich mitgeprägt haben und immer noch ein bevorzugtes Tool für das Publizieren von Texten sind, so sind sie dort limitiert, wo es darum geht, aus vielen unterschiedlichen Blogs Neues zu kombinieren.

Die Frage indes ist erlaubt: Braucht das auch jemand? Dazu hilft es, noch mal einen Blick zurückzuwerfen in das Jahr 2006, als die Idee zu MIKI entstanden ist. Vor mittlerweile vier Jahren begann das sogenannte Web 2.0 auch bei uns breitere Nutzerkreise zu erreichen. Die Menschen begannen, sich zunehmend in Sozialen Netzen zu organisieren und Plattformen wie YouTube, Flickr oder Blogs für die Veröffentlichung eigener Inhalte zu nutzen. In gleichem Maße konnte ein nachlassendes Interesse an  kommerziellen Medien, insbesondere Print und TV, beobachtet werden. Dieser Trend setzt sich seitdem unaufhaltsam fort.

Das MIKI ist als Antwort auf dieses sich ändernde Mediennutzungsverhalten entstanden. Es will diese neue Mediennutzung aber nicht nur aggregieren und verstärken, sondern auch als echte Innovation weiter nach vorne treiben.

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Damit setzt sich das MIKI an die Spitze einer evolutionären Entwicklung des Internets, die das Web in den nächsten fünf bis zehn Jahre prägen und verändern wird: die „Remix Years“, ein Jahrzehnt, in dem sich im Internet alles „mischt“.

Das Web ist dabei sich zu einem gigantischen, selbstorganisierenden Kosmos für Information jeglicher Art zu entwickeln, in dem die Menschen sich die Inhalte selbst zusammenstellen oder sich automatisiert zusammenstellen lassen. Es ist das Ende des Zeitalters der zentralen Anlaufpunkte von Medienseiten. Es geht jetzt vielmehr um dezentrale Verbreitung und einen ständigen Fluss von Informationen, aus dem sich jeder das herausfischt, was ihm interessant und für ihn persönlich wichtig erscheint. Die einzelnen Medienmarken, die ihre Seiten noch wie ein goldenes Kalb feiern und verteidigen, verlieren dabei über kurz oder lang völlig an Bedeutung.

API’s sind die Nervenzellen dieses neuen Internets, Schnittstellen in Programmen, über die alle möglichen Anwendungen im Internet miteinander Daten austauschen können. Timelines und Statusfeeds sind die Lebensadern dieses Internets. Über sie werden die Nachrichten verbreitet, über sie erfahren die Nutzer von neuen Anwendungen und das, was in ihrem Freundeskreis wichtig ist und genutzt wird.

Diese neuen Möglichkeiten schaffen über kurz oder lang aber auch eine andere Stufe der Medienkompetenz. Dabei geht es  gar nicht um die Frage, ob deshalb bessere, qualitativ hochwertigere Medien entstehen. Es geht darum, dass grundsätzlich überall dort Selbstorganisation entsteht, wo dies möglich ist. Und im Falle der neuen digitalen Medienwelt bedeutet dies, dass die Menschen einfach schon deshalb neue Inhalte erstellen werden, weil es geht! YouTube ist ein gutes Beispiel hierfür.

Das Marktforschungsinstitut Gartner etwa geht davon aus, dass schon 2015 rund 70% aller Inhalte im World Wide Web von Nutzern erstellt sind.

Bei dieser schieren Menge an User Generated Content erfordert dies jedoch, dass die Plattformen noch einfacher und intuitiver werden. Und dass die bestehenden Inhalte besser von allen genutzt werden können. Denn auch in einem von User Generated Content geprägten Web geht es darum, bestehende Inhalte zu entdecken und durch Kombination mit anderen einen Kontext zu verleihen. Zugleich agiert jeder Einzelne damit auch als Relevanzfilter im Netz, weil er das für ihn persönlich wichtige auffindet und für jene zusammenstellt, die ähnliche Interessen haben. So wird die Vielfalt an Information wieder handhabbar, es entsteht Orientierung. Dies ist der Charakter des „Remix Web“: Bestehende Inhalte werden neu zusammengestellt und dadurch mit Relevanz versehen. Dies ist eines der Kernfunktionalitäten des MIKI.

Machen wir es an einem Beispiel konkret: Ein Nutzer möchte nach dem Urlaub seine schönsten Fotos im Web veröffentlichen. Mit einem MIKI kann er nun nicht nur eine Bildergalerie anlegen wie etwa bei Flickr oder Picassa. Er kann sich ein Reisetagebuch gestalten, kann eigene Texte hinzufügen, vielleicht auch ein Video, dass er gedreht hat. Hat der Reiseveranstalter oder der Tourismusverband ein eigenes MIKI über den Urlaubsort, so kann der Nutzer die professionellen Inhalte als ganze Seiten in seinem persönlichen Urlaubs-MIKI einbinden.

Ebenso können Vereine und Fans diese Plattform nutzen, etwa um Fanmagazine zu erstellen oder Vereinszeitschriften, wie zum Beispiel das MIKI der DSV-Skischule Dietersheim.

Oder ein Autofan erstellt sich ein MIKI über sein Lieblingsauto und kombiniert es mit Inhalten aus dem MIKI seiner bevorzugten Automarke und veröffentlicht das MIKI auch auf den Plattformen auf denen er und seine „Freunde“ zuhause sind. Deshalb ist das MIKI gerade auch für Unternehmen ein ideales Kommunikationsmittel, um Markenwelten und „Brand Communities“ damit zu unterstützen und den Einzelnen zum Botschafter seiner Marke zu machen!

Solche Beispiele machen klar, dass das MIKI sich nicht einfach nur als ein weiteres Tool in die täglich wachsende Menge von Internetanwendungen einreiht.

Manche sagen, es ist die nächste Generation von Webseiten oder Blogs für ein Webzeitalter, in dem der Einzelne mehr ist als nur ein Medienkonsument. Manche Fachleute sprechen schon von einer Durchbruchs-Innovation.

Also ist es nur zu verständlich, dass man sich intensiver mit dem MIKI beschäftigen muss, um die Möglichkeiten, die Chancen und den daraus entstehenden Nutzen zu erkennen. Vor allem dann, wenn diese weit über das hinausgeht, was man aus dem Web schon kennt.

Gleichwohl, damit eine Innovation auch Verhalten verändern kann, um Neues zu schaffen und Mehrwert zu erzeugen, muss es auch als etwas Neues erkennbar sein, vielleicht sogar als etwas Neues erlernt werden. Denn, um noch mal ein bereits erwähntes Beispiel zu bemühen, das schlimmste, was einem Auto in der wilhelminischen Zeit hätte passieren können, wäre gewesen, wenn es auch noch so ausgesehen hätte wie ein Pferd.

Lust auf Zukunft – das 3plusX MIKI

Das frisch-muntere MIKI von 3plusX ist online! Unter dem Titel „Lust auf Zukunft“ startet 3plusX seine erste MIKI-Ausgabe mit einem Leitartikel von Peter Spiegel vom Genesis Institut, Beiträgen zu Projekten wie beispielsweise „Sweat & Shop“, einer Messe zu nachhaltiger Mode, einer Brüsseler 3plusX Initiative zu Nachhaltigkeit und Korruptionsbekämpfung, sowie einer Ausstellung im Kopenhagener Louisiana Museum zu nachhaltiger Architektur.

Das Netzwerk 3plusX bringt Menschen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur zusammen. 3plusX wurde im Jahr 2002 von Lena Thiede, Paula Marie Hildebrandt und Max von Abendroth gegründet und ist heute in Berlin, Brüssel und Köln mit über 300 Mitgliedern aktiv. Ziel ist es, Nachhaltigkeit (be-)greifbar und kommunizierbar zu machen und Handlungsalternativen aufzeigen.

Wer die Zukunft nachhaltig mitgestalten will, sollte sich dieses MIKI nicht entgehen lassen. Mehr Infos zu den Nachhaltigkeitsprojekten findet ihr unter 3plusX.net.